Künstliche Intelligenz im OP: Fortschritt durch vernetzte Daten

KI ist in der Medizin angekommen

Künstliche Intelligenz ist im Gesundheitswesen längst kein fernes Versprechen mehr. Sie hält zunehmend Einzug in klinische Arbeitsabläufe, Forschungsumgebungen und Operationssäle, unterstützt die Entscheidungsfindung, ermöglicht neue Formen der Datenintegration und eröffnet Möglichkeiten, die zuvor unerreichbar waren.

Vor diesem Hintergrund fand am 5. November 2025 das NVIDIA MedTech Meet-Up im Universitätsspital Balgrist und im OR-X statt, bei dem mehr als 130 Fachleute aus den Bereichen Medizintechnik und Technologie zusammenkamen, um Ideen auszutauschen und KI-gestützte Innovationen mit einem klaren Fokus auf die praktische Anwendung vorzustellen.

Vom Potenzial zur Praxis

Die Diskussionen machten deutlich, dass KI zwar bereits viele Branchen verändert, ihre Integration im Gesundheitswesen jedoch spezifische Chancen und Herausforderungen mit sich bringt. Der Austausch zwischen Klinikern, MedTech-Spezialisten und Technologieexperten ist daher unerlässlich, um Innovationen in klinischen Mehrwert umzusetzen.

Im Zentrum standen drei Schlüsselthemen:

  • Augmented Surgical Vision
  • Chirurgische KI in Echtzeit, und
  • Physikalische KI in der Simulation und Robotik.

Live-Demonstrationen zeigten eindrücklich, wie diese Ansätze chirurgische Arbeitsabläufe verbessern und Herausforderungen bewältigen können.

Echtzeit statt Datenchaos

Ein Highlight: die Live-Demo unseres Forschungsteams zur Integration multimodaler Datenströme im Operationssaal.
Die Herausforderung ist bekannt: Da heutige Operationssäle häufig auf heterogene Systeme zurückgreifen, die unabhängig voneinander funktionieren, sind Daten oft fragmentiert und in Echtzeit schwer zugänglich.
Die Lösung: ein zentraler Datenhub, der verschiedene chirurgischen Geräte vernetzt, Daten synchronisiert und in Echtzeit verfügbar macht. Das Ergebnis ist ein klareres, umfassenderes Bild der Situation im OP – und damit eine bessere Grundlage für Entscheidungen.

Fortschritt braucht Zusammenarbeit

Die Veranstaltung machte deutlich, dass technologischer Fortschritt allein nicht ausreicht. Nachhaltiger Fortschritt hängt von einer engen Zusammenarbeit zwischen klinischer Praxis, Forschungskompetenz und industrieller Entwicklung ab. Das NVIDIA MedTech Meetup zeigte, wie solche Ökosysteme die Umsetzung beschleunigen und den verantwortungsvollen Einsatz von KI in der Medizin fördern.

 

Das chirurgische Forschungs- und Lehrzentrum OR-X als strategische Infrastruktur der Universitären Medizin Zürich (UMZH) ist mittlerweile voll einsatzfähig und erreichte eine hohe nationale und internationale Sichtbarkeit durch Grossveranstaltungen, Delegationsbesuche und Beiträge an Fachkonferenzen. 1’014 Besucher im Rahmen von 68 Führungen aus Wissenschaft, Klinik, Industrie (z.B. NVIDIA MedTech Meet-Ups), Politik und Medien besichtigten den OR-X. Die Auslastung der Infrastruktur betrug mit 130 Nutzungstagen > 50%; 70 Tage (54 %) wurde der OR-X für Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten genutzt.