Physician Associates: Neue Rollen in der Patientenversorgung

Die Einführung von Physician Associates stellt einen wichtigen Schritt zur Weiterentwicklung der interprofessionellen Zusammenarbeit in der Patientenversorgung dar. Das Modell ist organisatorisch im Pflegedienst verankert und zielt darauf ab, klinische Abläufe zu optimieren sowie die Kontinuität und Qualität der Betreuung nachhaltig zu stärken.

Konzeptentwicklung und Implementierung

Ausgangspunkt bildete die Erweiterung bestehender pflegerischer Rollenprofile im stationären Setting. Erste Erfahrungen wurden in der Betreuung von Patientinnen und Patienten nach Wirbelsäulenoperationen gesammelt. Dabei konnten insbesondere Prozesse im Austrittsmanagement sowie in der interdisziplinären Koordination gezielt verbessert werden. Parallel dazu wurden standardisierte Arbeitsabläufe, Leitlinien und interne Handlungsanweisungen entwickelt. Auf dieser Grundlage erfolgte schrittweise eine Ausweitung der klinischen Aufgabenbereiche der Physician Associates.

Das Modell wurde anschliessend auf weitere Fachbereiche ausgeweitet und in enger Abstimmung mit den ärztlichen Teams weiterentwickelt.

Aufgabenprofil im klinischen Alltag

Physician Associates übernehmen im stationären Bereich delegierte medizinische Aufgaben und tragen wesentlich zur Sicherstellung strukturierter Abläufe bei. Zu ihren zentralen Tätigkeiten gehören:

  • eigenständige Patientenvisiten;
  • klinische Untersuchungen sowie Gespräche mit Patientinnen, Patienten und Angehörigen;
  • Erstellung von Verordnungen sowie Dokumentation von Behandlungsverläufen und Berichten für das Austrittsmanagement;
  • Koordination und Planung von Entlassungen in Zusammenarbeit mit allen beteiligten Berufsgruppen;
  • selbstständige Klärung medizinischer Problemfälle und Komplikationen im eigenen Kompetenzbereich in enger Abstimmung mit Fachbereichen wie Medizin, Infektiologie, Urologie oder Neurologie, bzw. mit der Stationsärztin oder Stationsarzt;
  • Schnittstellenfunktion und Ansprechstelle für das interprofessionelle Behandlungsteam.

Mehrwert für Versorgung und Zusammenarbeit

Die Integration der neuen Rolle zeigt messbare Effekte auf mehreren Ebenen:
Patienten und Patientinnen profitieren von einer durchgängigen Betreuung und einer klareren Kommunikation. Die Ärzte und Ärztinnen erleben eine spürbare Entlastung, während Pflegefachpersonen dank fester Ansprechpersonen mehr Kontinuität und Sicherheit im Alltag gewinnen. Zudem sind die Abläufe transparenter strukturiert, das Austrittsmanagement verbessert sich deutlich, und interdisziplinäre Abklärungen können zeitnah erfolgen.

Ausblick

Das Rollenmodell der Physician Associates leistet einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung einer integrierten, patientenorientierten Versorgung. Die klare Verankerung im Pflegedienst sowie die enge Zusammenarbeit mit allen Berufsgruppen bilden die Grundlage für den nachhaltigen Erfolg.

Nach der erfolgreichen Einführung im stationären Bereich wird das Modell schrittweise auf weitere Versorgungsbereiche ausgeweitet, darunter Notfall- und ambulante Settings. Eine kontinuierliche Evaluation stellt sicher, dass das Konzept gezielt weiterentwickelt und an zukünftige Anforderungen angepasst wird.