Früherkennung postoperativer Komplikationen: Projekt SonoGuard

Sonoguard: Frühwarnsystem nach Operationen

Im Projekt SonoGuard entstehen Sensoren, die Operationsstellen im Körper überwachen. Um die dort herrschenden Verhältnisse zu simulieren, führt Benjamin Suter auch Tests in Wasser durch. ©Felix Wey

Trotz medizinischer Fortschritte sind Komplikationen nach Operationen nach wie vor häufig. Genau hier setzt das Forschungsprojekt SonoGuard an.

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Weltweit führen Komplikationen nach medizinischen Eingriffen jährlich zu mehreren Millionen Todesfällen. Während oberflächliche Infektionen meist frühzeitig erkannt werden, bleiben tief liegende Probleme häufig zunächst verborgen und werden oft erst diagnostiziert, wenn sie bereits fortgeschritten sind.

Genau hier setzt das Forschungsprojekt SonoGuard an. Ziel ist es, postoperative Veränderungen im Körper kontinuierlich zu überwachen und kritische Entwicklungen frühzeitig sichtbar zu machen. Dafür entwickelt ein Team um Inge Herrmann am Ingenuity Lab der Universitätsklinik Balgrist in Zürich eine neuartige Technologie, die auf speziell konzipierten Kontrastmitteln basiert.

Diese Kontrastmittel reagieren auf Ultraschall, indem sie charakteristische Signale aussenden, sobald sich krankhafte Veränderungen im Gewebe zeigen. Damit entsteht die Möglichkeit, innere Wundheilungsprozesse gezielt und in Echtzeit zu beobachten.

Für den praktischen Einsatz werden mehrere technologische Ansätze kombiniert: Die Kontrastmittel sollen direkt an der Operationsstelle positioniert und über längere Zeit stabil gehalten werden. Dies erfolgt durch die Einbettung in biokompatible Hydrogel-Pflaster. Gleichzeitig bleiben sie zunächst inaktiv und werden erst durch spezifische biologische Veränderungen aktiviert – beispielsweise durch das Auftreten von Magensäure bei Komplikationen im Verdauungstrakt.

Ein zentraler Vorteil des Ansatzes liegt in seiner Einfachheit. Das System kommt ohne elektronische Komponenten im Körper aus und basiert auf gut verträglichen Materialien. Auch die Anwendung ist bewusst niedrigschwellig konzipiert: Perspektivisch soll ein kompaktes Ultraschallgerät die Auswertung direkt am Patientenbett ermöglichen.
SonoGuard verfolgt damit das Ziel, postoperative Versorgung sicherer zu machen und Komplikationen frühzeitig zu erkennen, bevor sie kritisch werden.