Tiefe Hirnstimulation zur Verbesserung der Gangfunktion

Tiefe Hirnstimulation zur Verbesserung der Gangfunktion

Das Konzept der tiefen Hirnstimulation bei Rückenmarksverletzungen. Die Pfeile zeigen, wie die Stimulation des Nucleus cuneiformis im Hirnstamm (1) Hirnsignale moduliert, (2) spinale Lokomotionszentren aktiviert (3) und das Gehen auch bei Personen mit eingeschränkter Willkürmotorik unterstützt.

Nach einer unvollständigen Rückenmarksverletzung sind viele Betroffene dauerhaft auf den Rollstuhl angewiesen, selbst mit intensivem Gehtraining.

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Im Gehirn gibt es einen Bereich, der beim Starten und Steuern des Gehens wichtig ist: der Cuneiform Nucleus. Dieser sendet Signale über Nervenbahnen zum Rückenmark und kann dort die Bewegungszentren aktivieren. Selbst wenn einige Nervenbahnen durch die Verletzung beschädigt sind, funktionieren andere Verbindungen häufig noch. Unsere Forscher vermuten deshalb, dass eine tiefe Hirnstimulation dieses Bereichs helfen kann, die Bewegungszentren im Rückenmark wieder stärker zu aktivieren.

In unserer klinischen Studie wurden zunächst zwei Patienten mit Tetraplegie behandelt. Sie erhielten eine tiefe Hirnstimulation des Cuneiform Nucleus auf einer Seite des Gehirns und machten gleichzeitig 6 Monate lang intensives Gehtraining. Während der Studie wurde regelmässig überprüft ob Nebenwirkungen auftreten, und ob sich das Gehen verbessert. Dabei wurden Tests mit und ohne Stimulation durchgeführt. Die wichtigsten Erkenntnisse bisher sind, dass beide Patienten nach dem intensiven Training mit tiefer Hirnstimulation weitere Gehdistanzen als zuvor zurücklegen können – und dies sogar, wenn die Hirnstimulation ausgeschaltet ist. Inzwischen wurde ein dritter Patient in die Studie eingeschlossen. Auch bei ihm werden gute Fortschritte im Gehtraining beobachtet.

Klinische Studie: Deep Brain Stimulation